Hochzeit an der Nordsee

6. September 2018 , Hochzeit

“Alles hat mal ein Ende”. Diese Worte klingen noch heute in meinem Ohr. Alles hat mal ein Ende. Ein gutes Ende oder ein schlechtes Ende. Das ist hier die Frage.

“Alles hat mal ein Ende” – das war die Antwort von Olli auf die Frage unserer Deutsch-Lehrerin wie er das dramatische Aus der Liebe von Romeo und Julia denn nun fände. Der Satz sorgte damals für allgemeine Heiterkeit und schaffte es sogar in die Abschlusszeitung unserer Klasse.
Olli, das ist mein bester Freund. Wir kennen uns seit der 7. Klasse. Viele Jahre haben wir nebeneinander gesessen und damit vor allem unseren Gemeinschaftskunde-Lehrer Herrn W. zur Verzweiflung getrieben. Schon damals verbanden uns gemeinsame Interessen. Auch nach der Schule, als viele aus meiner Heimatstadt Görlitz wegzogen, so auch Olli, blieben wir in Kontakt. Olli gründete in Leipzig einen kleinen Independent-Verlag für den einige Buchcover gestaltete.

Irgendwann stellte mir Olli dann seine Freundin Steffi vor. Die Jahre vergingen. Und irgendwann war es soweit. Eine Einladung zur Hochzeit. Ganz geheim. Nur ein paar Freunde. Steffi, Olli und ich. Es wurde eine ganz kleine, intime Hochzeit. Im Park von Schloss Lütetsburg in einem kleinen Gartenpavillon. Nach der Trauung Macarons, Champagner und Currywurst. Yes!

Mit dem Auto fahren wir später an den Deich. Zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich die Nordsee. Oder ich sehe sie auch nicht. Grad herrscht noch Ebbe, doch das Wasser wird zurück kommen. Das Paar hat für uns alle Gummistiefel besorgt. Gelbe. Jetzt stehen wir alle im Meer. Susi, eine Freundin hat für alle kleine Glasflaschen besorgt. Wir haben Glückwünsche für die beiden darauf geschrieben und schicken die Flaschenpost nun auf die Reise. Nur weniger Wochen später werden ein paar Flaschen gefunden und den Frischvermählten zugeschickt.

Am Abend treffen wir uns alle im Restaurant des Hotels wieder. Essen, Wunderkerzen. Getanzt wird nicht.

Alles hat ein Ende. Diesmal ein richtig gutes.

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