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31Tage31Menschen: Ein Blick zurück

Bevor zu viele Tage ins Land gehen und neuen und interessanten Projekte auf mich zu kommen, schreibe ich lieber jetzt gleich meine Gedanken und Eindrücke zu meinem Fotoprojekt #31TAGE31MENSCHEN auf.

Beginnen will ich ganz am Anfang. Am Anfang war wie so oft die Idee. Ich saß eines Tages Abends in unserem Arbeitszimmer und dachte über die kommende Zeit nach und das was ich bis dato „erreicht“ hatte. Es war Ende Oktober, meine Hochzeits-Saison war fast vorbei. Meine Studio hatte ich ohne großes Tamtam doch irgendwie eröffnet und mir bahnten sich mehr Freiräume zum fotografieren an.
Vor allem wollte ich aber eins: Ich wollte Menschen fotografieren und ich wollte vor allem meine eigenen Ideen umsetzen. Oder zumindest teilweise. Doch wie konnte ich diese Punkte verbinden? Ich erinnerte mich an meine Erste, wesentlich kleinere Fotoaktion aus dem November 2014. Dort hatte ich unter dem Hashtag #3011 einfach „nur“ 30 Fotos im November gemacht. Ohne großes Ziel. Zum Schluß stellte sich das Projekt allerdings doch als sehr „zeitaufwendig“ heraus, da ich neben meiner normalen Arbeit alle Shootings organisieren musste. Teilweise fanden die Shootings auch „outdoor“, also draußen statt und somit kam auch noch mal Fahrzeit und so weiter und sofort dazu.
So kam mir schlussendlich der Gedanke, die Shootings einfach in mein Studio zu verlagern. Das hatte ich wie Eingangs erwähnt zwar irgendwie „eröffnet“ und natürlich hatte ich es bis dahin auch schon für das eine oder andere Projekt genutzt, aber oftmals stand es einfach nur ungenutzt rum.
Da ich eben meine „eigenen“ Ideen und Vorstellungen bei meinem Projekt umsetzen wollte war mich auch relativ schnell klar was ich nicht wollte: Keine Gruppen, Familien, Kinder oder Baby-(Bauch)-Fotos. Das klingt jetzt für den einen oder anderen radikal oder vielleicht auch arrogant, aber es war und ist ja immer „mein“ Projekt gewesen und da habe ich mir auch das Recht raus genommen meine eigenen Vorstellungen oder Regeln auf zustellen.
Meine Überlegung war die: Der Januar hat 31 Tage. 31 Tage, an denen ich genau einen Menschen fotografieren kann. Die Bilder sollten dann natürlich nicht auf meiner Festplatte verstauben, sondern ich wollte die Bilder auch (allen) zeigen. Also musste jeder Fotografierte mit einer Veröffentlichung einverstanden sein. #31Tage31Menschen war geboren.

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Mein Aufruf, sich für ein Shooting zu „bewerben“ setzte ich an einem Oktoberabend über meine Facebookseite ab. Ich rechnete damit, dass ich vielleicht mit Müh und Not die 31 Menschen zusammenkriegen würde, doch dann kam alles ein bisschen anders als ich es mir jemals hätte träumen können. Schon fünf Sekunden, nachdem ich den Aufruf gepostet hatte landete die erste Nachricht und meinem Postfach, der großartige Görlitzer Insider teilte meinen Aufruf, und in den folgenden zwei Tagen landeten viele, viele Nachrichten auf meiner Seite, in meinem privaten Profil und in meinem Emailpostfach. Wow! Damit hatte ich nicht gerechnet. Alles in allem haben sich grob überschlagen so um die 120 Leute auf meinen Aufruf hin bei mir gemeldet. Ich hätte also noch gut und gern mindestens zwei weitere Monate fotografieren können. Aber das war ja nicht der Sinn der Sache. Es meldeten sich Bekannte, aber auch viele, viele unbekannte Gesichter. Genau das wollte ich erreichen. Ich wollte unbekannte Gesichter zeigen, Gesichter, die einem vielleicht nicht jeden Tag in der Stadt begegnen.

Ich ließ mir also etwas Zeit und begann dann Stück, für Stück die Nachrichten ab zu arbeiten und Shootings zu planen. Diese Vorplanung-Phase war ein bisschen aufwendig, denn schließlich mussten nicht nur Ideen gesammelt, sondern auch gemeinsame Termine gefunden werden. Bei den ersten Shootings war ich noch ein bisschen nervös, doch mit der Zeit ging diese Nervosität auch zurück.

studio

Rückblickend bin ich sehr froh und auch ein wenig stolz, dass ich #31Tage31Menschen gemacht habe. Es hat mir super viel Spaß gemacht, ich habe interessante Menschen kennengelernt, habe alte Bekannte wieder getroffen und vor allem habe ich FOTOGRAFIERT! Das war es ja, was ich wollte: Ich wollte Menschen fotografieren, ich wollte sie so zeigen wie sie sind und so wie ich sie sehe!

Was ich vielleicht etwas unterschätzt haben und was mich doch etwas geschlaucht hat war der Zeitfaktor. Meine Aktion war ja vom zeitlichen Rahmen her relativ klar begrenzt: 31 Tage, 31 Menschen, also 31 Shootings. Das jedes einzelne Shooting an sich aber natürlich auch Zeit in Anspruch nimmt hatte ich etwas unterschätzt. Das liegt vielleicht auch ein meiner Arbeitsweise, welche ich mir aber auch nicht abgewöhnen werde. Denn schließlich musste jedes Shooting nicht durch durchgeführt werden, sondern dazu gehörte auch eine Vorbereitungszeit (Vorplanung, Vorbereitung des Studios und der Technik). Hinzu kam dann nach jedem Shooting die Nachbearbeitung, das Blogpost-Schreiben und das Posten in verschiedenen Kanälen. Grob überschlagen war ich für jedes Shooting zwei bis drei Stunden beschäftigt.
Nun will ich nicht rumheulen, sondern abschließend mich bei allen bedanken die mitgemacht haben, die vor meiner Kamera standen und den Weg zu mir ins Studio gesucht haben. Ich möchte mich für die vielen positiven Kommentare und das Feedback bedanken, was mich zu meiner Aktion erreicht hat. DANKE!

Paul_Jan_2016

PS: Natürlich höre ich nicht mit dem (Menschen) fotografieren auf. Auch weiterhin gilt: Mich kann man buchen! Ihr wollt noch mal

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